Ich stelle seit etwa 5 Jahren Steine auf. Darauf bin ich durch einen Kollegen gestossen. Wir haben miteinander ausprobiert, wer die grössten Steine auf dem kleinsten Punkt aufstellen kann. Danach habe ich, wenn ich alleine war, oft Steine aufgestellt, um darin Ruhe zu finden. Für mich war das eine Art von Meditation. Ich habe mir eingebildet, dass in liegenden Steinen Ruhe ist, bis wir die Steine in die Hand nehmen und die Ruhe dadurch gestört wird. Der Grund das ein Stein steht ist, weil er die Ruhe wieder sucht. So lange er in der Hand eines Menschen liegt, hat er keine Ruhe. Sich aufstellen zu lassen ist der Weg des geringsten Widerstandes wieder zu dieser Ruhe zurück zu finden. Um den Stein aufzustellen, muss der Stein seine Ruhe dem Menschen mitteilen.
Vielleicht hat diese Idee etwas an sich. Ich jedenfalls habe daran geglaubt und es hat mir geholfen Ruhe zu finden. Heute brauche ich die Steine nicht mehr um Ruhe zu finden. Ich stelle zwar immer noch gerne Steine auf, aber nur weil ich diese Aktivität und die Ruhe nach wie vor geniesse. Hauptsachlich geniesse ich aber diese Steine zu Fotografieren und diese Fotos als Hintergrund für meine Gedichten zu verwenden.
Wo
Um Steine aufzustellen braucht man Steine und zwar eine grosse Auswahl. Ich finde Flüsse und Berge bieten sich für diese Tätigkeit gut an. Mann braucht einfach viele Steine mit einer grossen Auswahl von formen und grössen.
Wie
Ich habe seit 5 Jahren immer wieder versucht einen Stein zu balancieren.
Das geht nicht. Auf dem ersten oder zweiten Punkt, kann kein Stein für mehr als 10 Sec balanciert werden. Ein Stein der für eine längere Zeit aufrecht steht, muss mindestens drei Kontaktpunkte haben. Das heisst, er wird nicht balanciert sondern aufgestellt. Der Trick ist drei Punkte zu finden und diese Punkte direkt unter dem Hauptteil vom Gewicht des Steins. Diese drei Punkte sollten sich im kleinst möglichen Durchmesser finden. Wenn die drei Punkte gefunden wurden, dann ist das sehr spürbar. Ein aufgestellter Stein kann so unmöglich abstürzen.
Viel mehr kann ich nicht dazu schreiben. Ich habe mit vielen Menschen gesprochen und ihnen erzählt wie das geht. Das ist durch Kommunikation praktisch nicht erklärbar. Die einzige Weg um das zu lernen ist, ein Stein in die Hand zu nehmen und es versuchen.
Durch einen feinfühligen Kontakt mit dem Stein findet man die drei nötigen Punkten.
Diese Tätigkeit braucht in der Regel Zeit. Ich brauche vor allem Zeit um meinen ersten Stein aufzustellen, und danach läuft's besser und schneller.
Jeffrey Todd Outman
© 2006 by Jeffrey Todd Outman